SEAT LEON SUPERCOPA - Hockenheimring (2)
Die POLE PROMOTION Gala von Hockenheim

Die äußeren Bedingungen waren für die Zuschauer alles andere als angenehm. Mit Temperaturen im niedrigen einstelligen Bereich, Wolken und Regen begann das Finalwochenende im Seat Leon Supercopa 2010 am ehrwürdigen Hockenheimring. Doch das Maß an Spannung, das die drei Führenden der Gesamtwertung für die Zuschauer parat hatten, entschädigte bei Weitem für die widrigen Wetterverhältnisse am ehemaligen Kurpfalzring.

Bereits zu Beginn des Qualifyings schien die Entscheidung in der Meisterschaft ein Stück näher gerückt zu sein. Auf ihrer ersten schnellen Runde verbremsten sich die beiden Piloten von POLE PROMOTION powered by Burgmann Racing, Andreas Simonsen und Shane Williams, und landeten eingangs der letzten Kurve vor der Start-Ziel-Geraden neben der Strecke. Während der Schwede Simonsen noch Glück im Unglück hatte und Zentimeter vor der Wand zum stehen kam, donnerte der Südafrikaner Shane Williams mit hoher Geschwindigkeit in die Reifenstapel und musste das Qualifying ohne gezeitete Runde beenden. Sein Teamkollege und Drittplatzierte der laufenden Saison hingegen wurde von den Helfern aus dem Kiesbett befreit und nahm nach kurzem Aufenthalt in der Box die Jagd nach den schnellen Runden wieder auf. Am Ende reichte es für ihn für einen komfortablen dritten Platz während die beiden Konkurrenten patzten.
Während Simonsen sich freuen durfte fingen für die Mechaniker nun sechs heiße Stunden an, in denen der arg verbeulte Rennbolide des Teamkollegens wieder fit gemacht werden musste. Doch das Team meistertete auch diese schwierige Aufgabe, die ihnen der Südafrikaner zum Saisonabschluss gestellt hatte, mit Bravour.

Ebenfalls spannend ging es am Wochenende bei der Rookie-Meisterschaft zu. Der POLE PROMOTION Fahrer Maximilian Sandritter reiste mit einem knappen Vorsprung von nur 5,5 Punkten auf seinen Teamkollegen Philipp Frommenwiler zum Finalwochenende. Während Sandritter im Qualifying einen tollen siebten Platz herausfuhr, gelang seinem schweizer Teamkollegen ein ebenfalls respektabler zehnter Platz. Damit versprach auch das „kleine Finale“ bis zum Schluss spannend zu bleiben.

Tolle Aufholjagd von Williams – Schrecksekunde für Sandritter

Als dann um 16.15 Uhr das vorletzte Rennen der diesjährigen Saison gestartet wurde, ging der Schwede Simonsen vom dritten und Shane Williams vom drittletzten Platz ins Rennen. Der bis zu diesem Zeitpunkt führende der Gesamtwertung, Damian Sawicki, nahm das Rennen von der 13. Position unter die Räder. Würde das Rennen so enden, hätte Williams sich bereits im vorletzten Rennen aus dem Kampf um die Meisterschaft verabschieden müssen. Doch es kam ganz anders.
Der junge Mann aus Südafrika fuhr ein sensationelles Rennen und konnte im Regen schnell auf den Tabellenführer aufholen indem er sich Platz für Platz nach vorne kämpfte. Schon bald darauf tauchte er in dessen Rückspiegel auf und wurde dort größer und größer. Nach kurzem, direktem Kampf kam Sawicki ohne Fremdverschulden von der Ideallinie ab und schlug praktisch ungebremst in die Reifenstapel ein. Weiter vorne machte Simonsen das, was Dennis Rostek und die anderen im Team POLE PROMOTION von ihm sehen wollten. Anstatt sicher ein paar Punkte nach Hause zu fahren, kämpfte er mit dem Titelverteidiger Marschall um die Plätze.

Am Ende wurde Simonsen Zweiter und Williams gelang ein toller fünfter Platz. Williams, der am Sonntag von Platz zwei aus starten würde, lag nun mit 4,5 Punkten hinter seinem Teamkollegen Simonsen, der mit 183 Zählern die Wertung am Samstag anführte, und von Position fünf ins letzte Rennen gehen würde.

Gar nicht gut lief es für einen der beiden Aspiranten auf den Rookie-Titel 2010, Maximilian Sandritter. Beim Einlenken in die Parabolika verschätzte sich ein anderer Fahrer vollkommen und raste dem jungen Münchner mit großem Geschwindigkeitsüberschuss in die Beifahrerseite. Sandritters Seat drehte sich und landete mit einem Totalschaden im Kiesbett. Die TV-Bilder ließen das gesamte Team die Luft anhalten, bis Max sich unverletzt aus dem Autowrack schälte.
Besser erging es seinem Teamkollegen Philipp Frommenwiler. Der junge Schweizer konnte sich um einen Platz verbessern und sammelte fünf wichtige Punkte, die seinen Rückstand auf Sandritter auf einen halben reduzierten.

Zahlenkrimi am Sonntag

„Wer rechnen kann ist klar im Vorteil“, war die Devise für das letzte Rennen der aktuellen Saison. Shane Williams auf Startplatz zwei mit 4,5 Punkten Rückstand auf seinen Teamkollegen Simonsen, der von der fünften Position aus ins Rennen gehen würde. Kämen die Autos in dieser Konstellation ins Ziel, wäre Williams der Titel sicher. Doch die beiden POLE PROMOTION Piloten wollten es spannend machen und schrieben ihre ganz eigene Final-Geschichte. Am Ende musste selbst der Marketingleiter Seat Deutschland zugeben, dass dieses Rennen eines der Highlights der 7-jährigen Geschichte des Seat Markenpokals gewesen sei. Doch alles schön der Reihe nach.

Bereits kurz vor dem Start des Finales bekam Simonsen 2 Punkte geschenkt, weil der vor ihm startende Bebion mit einem Defekt an der Startautomatik das Rennen aufgeben musste. Damit kam der junge Schwede bis auf einen halben Punkt an seinen Teamkollegen Williams heran. Nun musste er nur noch die schnellste Rennrunde fahren um den Pokal nach Schweden zu holen. Doch die Realität sah anders aus. Shane Williams erwischte einen tollen Start und schob sich auf den ersten Platz, während Simonsen alle Hände voll zu tun hatte um seinen vierten Platz zu verteidigen. Zu diesem Zeitpunkt deutete alles daraufhin, dass der sympathische junge Mann aus Kappstadt den Titel holen würde, der nun mit 3,5 Punkten vorne lag. Doch die Freude währte nur so lange, bis er sich beim Anbremsen auf die Schikane verschätzte und kurz neben die Strecke geriet. Das nutzte der hinter ihm fahrende Titelverteidiger Thomas Marschall aus und schob sich an ihm vorbei. Da Simonsen mittlerweile tatsächlich die schnellste Runde in den Asphalt gebrannt hatte, ging das Rennen also mit geänderten Vorzeichen weiter; Simonsen lag jetzt 0,5 Punkte vorne. Shane Williams musste nun entweder die Zeit seines Teamkollegen unterbieten, hoffen dass dies ein anderer tat, oder Marschall überholen. Und wieder kam alles anders.

Simonsen machte mächtig Druck auf seinen Vordermann und zwang diesen zu einem Fehler. Der frisch ergatterte dritte Platz bedeutete für den jungen Schweden die Gesamtführung mit 2,5 Punkten Vorsprung. Als Williams das über Funk hörte, war ihm sofort klar, dass ihm jetzt auch eine schnellste Rennrunde den Titel nicht einbringen würde. Er setzte alles auf eine Karte und blies zur Attacke gegen Marschall. Der amtierende Meister machte jedoch deutlich, dass er den Platz auf dem obersten Podest nicht einfach hergeben würde, und fuhr ebenfalls Kampflinie. In den folgenden Runden bekamen die Zuschauer Motorsport vom feinsten serviert. Die beiden Rennfahrer duellierten sich hart aber fair und zeigten ihr ganzes Können. Williams attackierte immer wieder und versuchte an jeder möglichen und unmöglichen Stelle am vor ihm fahrenden Auto vorbei zu kommen.

In der vorletzten Runde schließlich gerieten die beiden Rennboliden so stark aneinander, dass dem jungen Mann aus Kapstadt die Felge brach und er sich mit einem kaputten Reifen aus dem Titelkampf verabschieden musste. Als Simonsen das sah, fuhr er das Rennen souverän an Position 2 liegend nach Hause.

Damit heißt der neue Champion der Seat Leon Supercopa Saison 2010 Andreas Simonsen, der mit diesem Titel eine sehr erfolgreiche Saison abschließt. Simonsen, der neun Mal auf dem Siegerpodest stand und als einziger Fahrer in jedem Rennen Punkte einfahren konnte, hat wieder einmal gezeigt, dass es nicht so sehr auf waghalsige Manöver, sondern vielmehr auf konstante Leistungen ankommt. Wir gratulieren dem 21-Jährigen und jüngstem Starter im aktuellen Teilnehmerfeld zu seinem bisher größten Erfolg in seiner noch jungen Karriere.

Ebenfalls ein Glückwunsch an Philipp Frommenwiler und Max Sandritter zum Gewinn und zur Vizemeisterschaft in der Rookie-Wertung des Seat Leon Supercopa 2010.

Erfolgreiche Saison 2010

Alles in allem geht mit diesem Rennen für POLE PROMOTION eine sehr erfolgreiche Saison zu Ende. Neben den Meistern der Gesamt- und der Rookie-Wertung im Seat Leon Supercopa, konnte POLE PROMOTION powered by Burgmann Racing auch die Teamwertung für sich entscheiden. Shane Williams belegt einen guten dritten Platz und Maximilian Sandritter wird Zweiter der Rookie-Wertung. Dazu kommen der Meistertitel des internationalen Porsche Carrera Supercup von POLE PROMOTION Fahrer René Rast im Team Al Faisal Lechner Racing und der Sieg in der GT3 Klasse beim 24h-Rennen am Nürburgring mit Dennis Rostek. Abgerundet wird die sportliche Leistung von der Premieren-Saison in GT Masters Serie von Heiko Hammel und Jimmy Johansson, die die Plätze 10 und 11 belegten.

„Wir sind sehr stolz auf unsere Fahrer und das gesamte Team von POLE PROMOTION“, sagt Dennis Rostek. „Besonders in der Seat Meisterschaft haben die Mechaniker unter der technischen Leitung von Frank Burgmann einen tadellosen Job gemacht. Meisterschaften gewinnt man nicht als Rennfahrer sondern nur in einem Team, in dem wenige Fehler gemacht werden. Mit dem Einsatz von Rennfahrzeugen ist eine neue Abteilung bei POLE PROMOTION gereift und die Erfolge im Jahr 2010 geben uns die Motivation im Winter zu überdenken wie man auch dieses Standbein sinnvoll weiter ausbauen könnte“, so Rostek weiter.